Kleine Pause am Lago Maggiore


Nach elf Tagen hat Thorsten Brönner 2468 Kilometer zurückgelegt

Lohr (sru) Seit 30. Mai ist Thorsten Brönner unterwegs. Lohrs Sportler des Jahres will die Alpen erklimmen und 4000 Kilometer mit dem Rad fahren. Mittlerweile ist die Hälfte der Strecke rum. Freundin Monika fährt mit dem Wohnmobil mit. Der 26-Jährige führt Tagebuch.

Freitag, 31. Mai: Gestern bin ich nach 312 Kilometern in München angekommen. Da meine Freundin Monika erst am Donnerstag Urlaub bekommt, besuchte ich meine Eltern im Zillertal. Die Zillertaler Höhenstraße mit teilweise 20 Prozent Steigung war die erste Herausforderung.

Dienstag, 4. Juni: Heute fahre ich die Strecke bis Oberaudorf mit dem Rad vor, damit Monika am Freitag die ersten Kilometer nicht alleine fahren muss.

Donnerstag, 6. Juni: Heute um 1630 Uhr haben wir den Camper abgeholt und gleich eine Panne. Nach fünf Kilometern flog uns aus dem Nichts ein kleiner Stein auf die Frontscheibe, die einen 20 Zentimeter langen Riss bekam. Zu Hause in München richteten wir unser rollendes Zuhause für zweieinhalb Wochen ein.

Freitag, 7. Juni: 1. Etappe, Start der großen Alpentour. Als wir aufgestanden sind, regnete es in Strömen. Unterwegs funktionierten die Scheibenwischer nicht mehr. Nach einem Werkstattbesuch konnte unsere Tour beginnen. Auf der Großglocknerhochalpenstraße hatten wir alles - nur keinen Sonnenschein. Monika im Camper und ich auf meinem Rennrad hatten den Berg fast für uns alleine. Auf der Passhöhe lag viel Schnee und es war sehr kalt - drei Grad. Um 2030 Uhr, nach 192 Kilometern und 3480 Höhenmetern waren wir in Lienz.

Samstag, 8. Juni: 2. Etappe. Um 830 Uhr sind wir losgefahren, Richtung italienische Grenze. Da ich mein Handy im Camper vergessen hatte, hatten wir unterwegs Schwierigkeiten uns zu finden. Auf dem Falzaregopass warteten wir eine Stunde, weil bei Regen und starkem Wind eine Abfahrt zu gefährlich gewesen wäre. Um 21 Uhr fanden wir in Kaltern einen Campingplatz. Heute erfuhren wir, dass am Stilfserjoch und am Gaviapass die Wintersperren wegen Schneefalls noch bestehen und wir die Strecke ändern müssen.

Sonntag, 9. Juni: 3. Etappe, von Bozen nach Domaso. 615 Uhr geweckt durch prasselnden Regen auf dem Dach. Bis nach dem Apricapass hatten wir schöne Straßen. Danach mussten wir auf eine Schnellstraße.

Dienstag, 11., Mittwoch, 12. Juni: Vom Comersee zum Lago Maggiore. Weil es hier so schön war, haben wir länger pausiert.

Donnerstag, 13. Juni: Die Königsetappe ging vom Lago Maggiore zurück in die Alpen, dann über den Colle dell Agnello (2746 Meter), den Col de Vars (2109 Meter), den Col de la Bonette (2802 Meter) nach Nizza und weiter nach Saint Raphael am Mittelmeer. Von Dienstag bis Donnerstag bin ich 580 Kilometer gefahren, insgesamt 2468 Kilometer und 29 000 Höhenmeter. Jetzt geht es weiter Richtung Marseille.

(Quelle: Mainpost 19. Juli 2002)





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