Die Profis kamen drei Stunden später


Wombach (SRU) Lohrs Sportler des Jahres Thorsten Brönner vom Radsportverein Viktoria Wombach legte in 19 Tagen 4500 Kilometer und 57 000 Höhenmeter mit dem Rennrad zurück. Seine Erlebnisse hat der 26-Jährige in einem Tagebuch notiert.

Thorsten Brönner, Lohrs Sportler des Jahres, fuhr in 19 Tagen 4500 Kilometer mit dem Rennrad

Auf der ersten Etappe von Wombach nach München wurden 312 km zurückgelegt. Die zweite Etappe führte von München über den Tegernsee, den Achenpass (941 m) und über die Zillertaler Höhenstraße (2015 m) mit bis zu 20 Prozent Steigung ins Zillertal. Bei der dritten Etappe bin ich von Mayrhofen über den Gerlospass (1507 m), Pass Thurn (1274 m), Kitzbühl, Ursprungspass (836 m) vorbei am Schliersee und dem Tegernsee zurück nach München gefahren. 160 Kilometer vor München hatte ich mit einem gerissenen Schaltzug den ersten Defekt am Rennrad.

Vierte Etappe: Da meine Freundin Monika noch keinen Urlaub hatte, fuhr ich die Strecke von München bis Oberaudorf und zurück, schon mal vor. Am nächsten Morgen starteten wir mit dem Wohnmobil in München und fuhren nach Oberaudorf. Bei strömendem Regen ging es über den Pass Thurn (1274 m) und die Großglocknerhochalpenstraße (2505 m), die wir bei drei Grad Celsius und Schnee fast für uns alleine hatten. Über den Iselbergpass (1204 m) erreichten wir Lienz. Sechste Etappe Von hier ging es weiter über die Grenze nach Italien und in die Dolomiten. Von Toblach über den Gemärkpass (1518 m), den Falzaregopass (2117 m), den Pordoipass (2239 m) und den Karerpass (1745 m) bis Bozen. Siebte Etappe Von Bozen aus, und wieder mit Regen, fuhren wir weiter über den Mendelpass (1363m), den Tonalepass (1889 m), den Apricapass (1176 m) bis nach Domasco am Comersee. Hier verbrachten wir unseren ersten Ruhetag.

Achte und neunte Etappe: Vom Lago Maggiore steuerten wir die französischen Seealpen an. Dort stand die erste schwere Bergetappe, mit dem Colle dell Agnello (2746 m), dem Col de Vars (2109 m), Col de La Bonette, der mit 2808 m der höchste Pass in den Alpen ist, auf dem Programm. Über Nizza fuhren wir nach Saint Raphael, hier verbrachten wir unseren zweiten Ruhetag. Die zehnte Etappe führte am Mittelmeer entlang über St. Tropez, Toulon nach Marseille. An den beiden darauffolgenden Tagen durchquerten wir die wunderschöne Provence, mit ihren prächtigen Lavendelfeldern. Anschließend befuhren wir bei 35 Grad im Schatten den Mont Ventox (1909 m) und durch den größten Canyon Europas, den Canyon de Verdun, wo der Asphalt durch die Hitze zu schmelzen anfing.

Nach einem Ruhetag in Castellane führte die 13. Etappe auf den Col du Chams (2095 m) und den Cole de Cayolle (2327 m). Hier musste Monika mit dem Wohnmobil auf der schmalen Fahrbahn wenden, weil plötzlich ein Tunnel vor uns lag und der Camper nicht durchpasste. Wir trafen uns erst am Abend bei der Auffahrt zum Col de Izoard wieder, da Monika einen großen Umweg über den Col de Allos fahren musste. Deswegen übernachteten wir auf einem schönen Waldcampingplatz. Die 14. Etappe war mit dem Col de Izoard (2360 m), dem Cole de Galibier (2646 m), dem Col de Telegraph (1600 m), dem Col de la Madeleine (1746 m) und zum Schluss dem Col de Iseran (2770 m) die schwerste Etappe meiner Alpentour. Auf der Passhöhe fing es an zu regnen - die Abfahrt war nicht ungefährlich.

15. Etappe Die Route des Grandes Alpes beendeten wir mit der Überfahrt des kleinen (2188 m) und großen St. Bernhard (2473 m). Von hier aus ging es weiter in die Schweiz. 16. Etappe: Nach dem Ruhetag in Gampel im Rhonetal ging es über den Furkapass (2436 m), den Oberalppass (2045 m), den Julierpass (2284 m) nach St. Moritz. Drei Stunden nach uns rollte die Tour de Swiss über den Furkapass. Da wir unter Zeitdruck standen, konnten wir leider nicht auf die Profis warten. 17. Etappe: Am Vortag war mir der zweite Seilzug gerissen und ich musste am Morgen mein Rennrad reparieren. Um 10 Uhr starteten wir Richtung Berninapass (2330 m), Apricapass (1176 m) und dem Gaviapass (2650 m). Am Gaviapass wurde die Straße immer schmaler und für den Camper unpassierbar. Monika und ich mussten uns erneut trennen und trafen uns erst in Bormio wieder. Von dieser Seite befuhren wir das Stilfserjoch (2757 m), mit seinen berühmten Kehren, das wir zu Beginn der Tour wegen der Wintersperre nicht passieren konnten.

Die 18. Etappe führte über den Reschenpass (1508 m) und dem Fernpass (1209 m) zurück nach München. Am 27. Juni ging es dann auf der Schlussetappe bei starkem Gegenwind von München zurück nach Wombach. Am Ortseingang von Lohr wurden wir von Vereinskollegen und der Familie empfangen. Zusammen mit Mitgliedern des Radfahrvereins Viktoria Wombach drehten wir eine Ehrenrunde durch die Lohrer Fußgängerzone, wo uns am neuen Rathaus Bürgermeister Siegfried Selinger begrüßte.

(Quelle: Mainpost 02. Juli 2002)


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