
Auf Umwegen zum Bodensee geradelt
17 Wombacher erreichten den 4. Platz
Der Weg zum Bundestreffen führte über Frankreich, die Schweiz und Österreich
Lohr-Wombach.
14200 Kilometer legten die 17 Teilnehmer bei der großen Fahrt des Wombacher Radfahrvereins zum Bodensee zurück. In Dettingen-Wallhausen kamen die Radwanderer zum Bundestreffen 1989 zusammen. Es galt auf der Fahrt dorthin möglichst viele Kilomter zu strampeln, um im Wettbewerb mit den anderen dorthin geradelten Vereinen gut abzuschneiden.
So führte die Route auch nicht direkt an Deutschlands größten See. 838 Kilometer hatte jeder Teilnehmer der Wombacher zu fahren. Dabei ging es durch Frankreich, die Schweiz und Österreich. Dass sich, abgesehen von der Riesengaudi, bei dieser Tour die Mühe gelohnt hatte, sah man am Ziel: Der RV Viktoria Wombach belegte unter den 28 teilnehmenden Vereinen bei diesem Bundestreffen den vierten Platz. Ausschlaggebend waren dafür die Kilometer und die Teilnehmerzahl.
Bei Boris Beckers Eltern
Am 29. Juli starteten die 13 Jugendlichen und vier Erwachsenen in Wombach und fuhren zunächst über Miltenberg nach Leimen. In einem Café saß man direkt neben den Eltern von Boris Becker, die auch gleich eifrig Autogramme verteilten. Begleitet wurde der Fahrradkonvoi von Hildegard Rausch auf dem Rad und Hugo Väthjunker per Begleitfahrzeug, indem auch das meiste Gepäck mitbefördert wurden.
Von Leimen aus ging es in Richtung Elsaß, wo man noch auf deutscher Seite schlechte Erfahrungen mit der Beschilderung von Radwegen machte. Aber oft konnte die Polizei weiterhelfen, wenn der ein oder andere Radler vom Weg abgekommen war. In Breisach waren die Ordnungsbeamten sogar bei der Suche nach einem Quartier behilflich. Übernachtet hat die Gruppe auf Campingplätzen, auf Bauernhöfen (auch in Scheunen) und einmal bekamen die Radler sogar ein Sportheim für die Übernachtung zur Verfügung gestellt.
Ein Haltepunkt auf der Tour war auch Straßburg. Dort besichtigten alle die Stadt und das schöne Münster. Von Breisach verlief die Route rheinaufwärts Richtung Basel, wo man nach Osten abbog und in Schaffhausen auf der Durchfahrt den Rheinfall bestaunte. An den letzten beiden Fahrt-Tagen schlossen sich noch drei weitere Wombacher der Radler-Gruppe an.
Um den Bodensee
Bregenz war das nächste Ziel, und nach dem Motto "Erst noch einmal um den Bodensee" fuhren die 13- bis 50jährigen Radler bis Friedrichshafen und weiter nach Überlingen. Von dort aus zog man die Fähre nach Wallhausen vor. Rechtzeitig hatten die Radler ihr Ziel, das Bundestreffen erreich. Mit dem Wetter hatten die Abenteurer viel Glück, nass wurden sie nie so richtig. Mit der Organisation waren alle zufrieden. Die Selbstverpflegung klappt für so viele hungrige Mäuler prima. Pannen blieben weitgehend aus. Lediglich zwei platte Reifen mussten wieder geflickt werden. Es machte den Teilnehmern viel Spass, den Urlaub einmal aktiv zu gestalten. Nach den guten Erfahrungen der ersten Tour ist schon eine ähnliche Tour für 1990 in Planung.
Nachdem der erzielte vierte Platz zünftig gefeiert worden war, ging es dann mit zwei Bussen zurück nach Wombach.
(Quelle: Lohrer Echo, 14. August 1989)
Von Wombach zum Bodensee 838km
Wombach - Marktheidenfeld - Wertheim - Miltenberg - Kailbach - Leimen - Straßburg - Marckolsheim -
Breisach - Basel - Rheinfelden - Bregenz -Friedrichshafen - Wallhausen am Bodensee