Island
Fahrradreise - Juni und Juli 2006
Reisebericht -
Bis ans Ende Europas
Veröffentlicht im Nordis 2/07
Der
äußerste Vorposten Europas war schon immer eine raue
Gegend, die es den Einwohnern
an den fischreichen Fjorden nicht leicht gemacht hat. Schroffe
Basaltberge, die von eiszeitlichen
Gletschern bearbeitet wurden, prägen das Bild. Die Meeresarme
ziehen vor allem Naturliebhaber
in ihren Bann, die die Stille der fast menschenleeren Region
nie vergessen werden.
Also ideal um diesen Teil Islands einmal näher mit den
Reisefahrrädern zu erkunden.
Aufgenommen im Juli 2006 Island, Trostansfjörour –
Pingeyri
Kleinbild-Dia Nr. IS 1134 - Streckendetails: 1.400 Kilometer /
13.700 Höhenmeter
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Radreisebericht im VAUDE-Bike Sports 2007
Katalog
Radreisebericht
im Nordis-Magazin 2/07
Radreisebericht
im RADtouren-Magazin 6/06
Radreisebericht "Einmal um die ganze Welt"
im 4-Seasons Magazin
Streckendetails und Island Infos im
RADtouren-Magazin
Island - Das Land der Kontraste
Die größte Vulkaninsel der Welt ist Pflichtprogramm
in jedem Reiseradlerleben. Unser Rundkurs führt
uns um die Snäfellsnes-Halbinsel herum und Richtung
Westfjorde, die wir im Anschluss beradeln.
Den Abschluss der Radtour bildet eine Hochlanddurchquerung.
Wir brechen früh auf, um dem lästigen Verkehr auf der
Ringstraße Nr.1 zu entgehen. Nach einer Stunde
auf dem Rad haben wir wieder unsere Ruhe, denn der ganze Verkehr
verschwindet in einem Tunnel, der
unter dem Fjord Hvalfjördur hindurchführt.
Für uns bedeutet das einen willkommenen Umweg um den ganzen
Fjord herum. Zum ersten Mal auf der Tour haben wir die beeindruckende
Natur für uns alleine. Überall
können wir die verschiedensten Seevögel beobachten.
Von den steilen Bergrücken stürzen
Wasserfälle zu Tal
und wir überqueren einige große Flüsse, die
sich durch die grüne Landschaft hinunter zum Fjord
schlängeln.
Der leichte Nieselregen, der vor ein paar Stunden eingesetzt hat, macht
keine sonderlichen Probleme, da wir
die ganze Zeit über mit einem starken Rückenwind
verwöhnt werden. Als wir das Ende des Fjords erreichen,
regnet es sich immer mehr ein. So langsam nagt der Hunger an uns und
als die einsetzende Kälte durch die
Kleidung kriecht, wird es Zeit für einen geschützten
Rastplatz, um nicht einen Hungerast zu riskieren.
Da wir weit und breit keine geeignete Stelle finden, die uns Schutz vor
Wind und Wetter bietet, suchen
wir hinter einem Felsen Deckung und nehmen hastig die dringend
benötigten Kalorien auf.
Die Fahrt auf der Nordseite des Meeresarms heraus in Richtung
Küste wird immer mehr zur Tortour. Der Wind
bläst uns die immer stärker werdenden Regenschwaden
mit voller Wucht ins Gesicht. Schlingernd steuern
wir die schwer beladenen Reiseräder über die
Straße, die eher einer Seenlandschaft gleicht. Nach vier
Stunden
Regenschlacht bei 5 Grad sind wir ausgekühlt, finden aber zum
Glück einen Campingplatz mit Hütten zur Miete.
Als wir uns frisch gemacht und einen warmen Tee in der Hand haben, ist
die Radlerwelt wieder in Ordnung. Draußen
entwickelt sich das Ganze immer mehr zu einem Sturm. Der Regen
fällt nahezu waagerecht und der Wind heult durch
die Ritzen unserer kleinen Hütte. Die kleinen Büsche,
die als Windschutz ringsum angepflanzt wurden, werden immer
wieder von einem imaginären Vorschlaghammer auf den Boden
gedroschen. Säßen wir jetzt im Zelt, erginge es uns
kaum
besser. Doch die Hoffnung des Reiseradlers auf besseres Wetter stirbt
bekanntlich nie, und schon am nächsten Tag
setzten wir unsere Tour bei Sonne und kalter, aber klarer Luft fort ...
Wer sich von Wind und Wetter nicht abhalten lässt und Island
mit dem Fahrrad bereist, der wird
mit Naturerlebnissen überhäuft werden. Die
größte Vulkaninsel der Welt bietet Landschaften wie
man sie in dieser Vielfalt selten zu sehen bekommt. Mächtige
Gletscher, donnernde Wasserfälle,
ansehnliche Berge, aktive Vulkane, riesige Lavafelder, heiße
Geysire, monotone Steinwüsten
und stille Fjorde lassen einen winzig erscheinen vor der erhabenen
Natur am Ende Europas.
