Beeindruckendstes Land Europas
Wombach (kan) "Auf meiner Traumreise durch das meiner Meinung nach beeindruckendste Land Europas habe ich in 27 Etappen, 4500 Kilometer und 40 600 Höhenmeter auf dem Reiserad zurückgelegt", schreibt Thorsten Brönner, der inzwischen wohlbehalten wieder zuhause gelandet ist und hier die Eindrücke seiner Norwegen-Tour noch einmal zusammenfasst:
Das Rad wog zusammen mit dem Gepäck 35 Kilogramm. Ich bin durch die verschiedensten Landschaften gefahren. Zum Teil ging es innerhalb von einer Stunde von einer Winterlandschaft direkt in den blühenden Sommer. Hinter jeder Kurve erwartete mich ein neuer überwältigender Anblick. Stellenweise kam ich gar nicht zum Radfahren da sich alle paar Meter ein neues Fotomotiv anbot. Insgesamt habe ich auf 57 Diafilmen die verschiedensten Motive festgehalten und habe vor von dieser Reise einen Diavortrag zu halten.
Unterwegs bin ich gemütlich gefahren um mir die großartigen Landschaft und die vielen Sehenswürdigkeiten anzusehen, was aber zur Folge hatte das ich teilweise bis in die späten Abendstunden unterwegs war. Am Ende der Tour merkte ich das ich immer bessere Beine bekam, selbst nach über 200 Kilometer auf dem Rad hatte ich keine Schmerzen in den Beinen.
Rücksichtsvolle Autofahrer
In Norwegen Fahrrad zu fahren ist sehr angenehm; es herrscht wenig Verkehr und die Autofahrer nehmen sehr viel Rücksicht auf Radfahrer. Ich brauchte zum Beispiel nur in die Nähe eines Zebrastreifens zu kommen - schon blieben alle Fahrzeuge stehen.
Das Profil des Landes ist sehr wellig, ständig geht es auf und ab. Norwegen ist ein wohlhabendes Land mit großen Ölvorkommen, wodurch das Reisen durch das Land leider sehr teuer geworden ist. Die Bewohner des Landes sind sehr freundlich und immer hilfsbereit. Oft kamen Kinder zu mir an das Reiserad gelaufen und wollten alles sehen. Ich wurde oft mit Applaus und anderen motivierenden Gesten überrascht. Unterwegs traf ich auf sehr viele interessante Menschen.
Beeindruckend war es auch, die vielfältige Tierwelt und die Blumen und Pflanzenvielfalt vom Fahrradsattel aus zu bestaunen.
Kampf mit Regen und Kälte
Zu kämpfen hatte ich mit der Kälte in den ersten Nächten und dem stundenlangen Regen an der Westküste.
Weil beim Radfahren sehr viele Kalorien verbraucht werden war ich eigentlich ständig am Essen und beim Einkaufen. Mit dem neuen Reiserad hatte ich keine Probleme und keinen einzigen Defekt.
Da ich sehr zeitig im Jahr unterwegs war traf ich nur wenige Touristen und war auch sehr oft noch alleine auf den Campingplätzen. Kein Problem hatte ich damit, allein zu reisen; bei meinen vielen Fotopausen wäre jeder Mitradler verrückt geworden.
Erlebnis Mitternachtssonne
Am 29. Juni ging es mit dem Flugzeug dann Richtung Heimat und für mich waren vier traumhafte Wochen zu Ende. Doch ich komme bestimmt wieder einmal nach Norwegen zurück, um an einem Fjord vor dem Zelt in der Mitternachtssonne zu sitzen.
Es lohnen sich alle Mühen!
Auf einer eigenen Homepage informiert Thorsten Brönner über seine Touren:
Info Im Internet: www.thorstenbroenner.de
(Quelle: Main Post 05. Juli 2003)