Per Rad durchs Bilderbuch
Wombach/Oslo (ikn) Seit gut einer Woche ist er unterwegs. Der Wombacher Thorsten Brönner bereist für vier Wochen Norwegen mit dem Rad. Der 27-Jährige schickte der MAIN-POST Auszüge aus seinem Reisetagebuch:
1. Tag, 29. Mai: Flug von Frankfurt nach Oslo, von dort per Bahn nach Lillestrøm. Bei Bekannten montierte ich dort mein Rad und konnte Koffer und Fahrradpacktasche lagern. Nach einem Imbiss startete ich um 1615 Uhr bei Nieselregen meine Tour durch große Nadelwälder und vorbei an kleinen Seen. Bei Regen fand ich nach 111 Kilometern in Hamar am Mjøsa-See einen Campingplatz.
2. Tag: Gegen 6 Uhr aufgestanden. Himmel in strahlendem Blau. Auf einer stark befahrenen Straße erreichte ich Elverum. Entlang an Norwegens längstem Fluss (Glåma) weiter nach Norden. Der Fluss Rena führt mich zum Storsjøen-See. Vom See aus hinauf in die Fjellandschaft der Hedmark. Vor mir tauchen die ersten schneebedeckten Berge auf, die von der immer roter werdenden Sonne angeleuchtet werden. Um 2330 Uhr bei 4 Grad über Null baue ich mein Nachtquartier auf.
3. Tag: Um 5 Uhr krieche ich aus meinem Zelt es geht weiter. Am Isterensee hole ich mein Frühstück nach. Auf einer Strecke von 200 Kilomtern gibt es nur vereinzelte Häuser. Starker Gegenwind lässt mich frieren und bremst mich aus. Total durchgefroren erreiche ich Røros. Die Unesco hat die Kupferbergbaustadt als Weltkulturerbe eingestuft.
4. Tag: Von Røros geht es zügig über eine Passstraße durch trostlose Landschaft und ich komme gut voran. Bei der Abfahrt vom Pass habe ich das Gefühl, ich fahre durch einen Bildband. Die Temperaturen steigen wieder auf 23 Grad. Nach 202 Kilometern Nachtquartier in Stjørdal.
5. Tag: Etappe auf der Europastraße 6, die sich von der Südspitze Schwedens über 3500 Kilometer bis hinauf an die russische Grenze zieht. Die Straße ist die Standardroute der Touristen nach Norden. Außer der E 6 führt nur noch die Küstenstraße nach Norden. Immer wieder weiche ich auf hügelige Nebenstraßen aus, um mehr von der Landschaft zu sehen. Am Snåsavatnetsee schaue ich mir 6000 Jahre alte Felszeichnungen an. Nach 156 Kilometern steuere ich einen Campingplatz am See an.
6. Tag, 3. Juni: Ruhetag. Heute ist Kleiderwaschen und Streckenplanen angesagt. Am Nachmittag miete ich ein Ruderboot und fahre auf den See See hinaus. Mit meinem Fotoapparat habe ich bereits 13 Filme verschossen.
Auf einer eigenen Homepage informiert Thorsten Brönner über seine Touren:
Info Im Internet: www.thorstenbroenner.de
(Quelle: Main Post 06. Juni 2003)